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Über

Der Galerist

Mario Jazvic

Wie jemand Schritt für Schritt den Mut gefunden hat, seiner eigenen Kreativität Raum zu geben.

Mario Jazvic

Mario Jazvic

Künstler & Galerist

Mein beruflicher Weg begann zunächst in eine ganz andere Richtung. Ich studierte Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Tourismus und Verkehrswesen an der Fachhochschule Worms. Kunst und das Künstlerische haben mich jedoch schon immer fasziniert. Dass ich eines Tages selbst etwas erschaffen und mit meinen eigenen Händen umsetzen würde, hätte ich damals nicht gedacht. Vielleicht war dieser Wunsch schon lange in mir vorhanden – nur hatte ich ihn selbst noch nicht richtig erkannt.

Begegnungen, die etwas in Bewegung brachten

Als Veranstaltungsmanager in einem Kulturhaus in Mannheim begegnete ich vielen Menschen aus Kunst und Kultur. Künstler, Ausstellungen und Veranstaltungen eröffneten mir neue Perspektiven. Dabei begann ich, mich nicht nur für die Kunst selbst, sondern auch für die Ideen und den Entstehungsprozess dahinter zu interessieren.

Eine ungewöhnliche Zeit

Dann kam die Corona-Zeit. Mein gewohnter Alltag war unterbrochen, und neben all den Herausforderungen entstand etwas Unerwartetes: Zeit. Ich beschäftigte mich intensiver mit Fotografie, Gestaltung und handwerklichen Arbeiten.

Gerade beim praktischen Arbeiten wurde Alex, der Hausmeister des Kulturhauses, für mich zu einem wichtigen Mentor. Gemeinsam bauten wir einen individuell gestalteten Schreibtisch. Dabei lernte ich, meinen eigenen Ideen zu vertrauen und aus einer Vorstellung etwas Greifbares entstehen zu lassen.

Bis heute nenne ich Alex meinen Meister. Wenn er mich mit „Herr Künstler Mario“ begrüßt, bedeutet mir das viel. Denn ausgerechnet der Mensch, von dem ich so viel gelernt habe, sieht heute in mir den Künstler.

Auch andere Menschen begannen in dieser Zeit, etwas in meinen Arbeiten zu erkennen. Der Pariser Künstler Dzeko sah einige meiner Fotografien und den selbstgebauten Schreibtisch. Er war begeistert und ermutigte mich, daraus mehr zu machen. Seine Reaktion bestärkte mich darin, meine eigene Kreativität ernster zu nehmen.

Aus Ideen wird ein eigener Weg

Mit der Zeit entstand der Wunsch, meine Freude an handwerklicher und kreativer Arbeit stärker in meinen Alltag zu integrieren. Ich beschäftigte mich mit Möbel-Redesign und erwarb einige besondere Stücke aus dem ehemaligen SWR-Fundus. Sie wurden zu Ausgangspunkten für Ideen, die bis heute in meinem Kopf weiterwachsen und darauf warten, eines Tages Gestalt anzunehmen.

Bei all diesen Überlegungen war meine Frau eine wichtige Begleiterin. Sie ermutigt mich, an meine Ideen zu glauben und weiterzugehen. Ende 2024 schlug sie vor, auf der Suche nach einem geeigneten Raum direkt bei der Waldgalerie nachzufragen. Wenig später stand die Frage im Raum, ob ich mir vorstellen könne, die ehemalige Waldgalerie zu übernehmen.

Eine unerwartete Möglichkeit

Eine Galerie zu führen war nie mein ursprünglicher Plan. Doch als ich die Räume zum ersten Mal sah, begann ich mir vorzustellen, was hier entstehen könnte. Anfang 2025 begann ich, diesen Gedanken Wirklichkeit werden zu lassen.

Dabei entdeckte ich, dass auch Wände zu eigenständigen Kunstwerken werden können. So entstand neben der Galerie und dem Möbel-Redesign eine weitere Säule meiner Arbeit: die kreative Wandgestaltung.

Was Kreativität für mich bedeutet

Je mehr ich mich mit meiner kreativen Seite beschäftigte, desto bewusster wurde mir, dass sie für mich mehr ist als ein persönliches Interesse. Ich empfinde es als ein Geschenk, mit meinen eigenen Händen etwas entstehen lassen zu dürfen.

Ich glaube an Gott, und der Gedanke, dass wir Menschen in seinem Bild erschaffen wurden, bedeutet mir viel. Wenn ich selbst etwas gestalte und aus einer Idee etwas Neues entstehen lasse, empfinde ich darin auch eine kleine Verbindung zu meinem Schöpfer.

Ein Bibelvers aus Prediger 3:11 begleitet mich dabei: „Alles hat er schön gemacht zur passenden Zeit.“ Dieser Gedanke passt für mich auch persönlich. Vieles in meinem Leben hat Zeit gebraucht. Manche Ideen waren lange da, bevor der richtige Zeitpunkt gekommen war. Auch die Waldgalerie ist nicht aus einem fertigen Plan entstanden – vieles hat sich erst mit der Zeit entwickelt.

Was mich heute als Galerist ausmacht

Heute ist die Waldgalerie für mich mehr als ein Ort, an dem Kunst gezeigt wird. Sie verbindet vieles von dem, was mich geprägt hat und was ich heute tue – und lässt gleichzeitig vieles offen, was noch entstehen darf.

Ein Weg, der weitergeht

Wenn ich zurückblicke, waren es nicht ein großer Entschluss, sondern viele kleine Schritte, Begegnungen und manchmal auch Zufälle, die mich hierhergeführt haben. Vielleicht muss man seinen Weg nicht von Anfang an kennen. Manchmal reicht es, den nächsten Schritt zu gehen und offen zu sein für das, was daraus entstehen darf.